Den Körper aktiv und beweglich halten
Der vielleicht wichtigste Weg, deinen Körper und Geist vor dem Altern zu schützen, ist: Bewegung!
Ganz genau: Körper und Geist. Das Hauptziel deines Gehirns ist es, deinen Körper zu bewegen – ein großer Teil deiner grauen Substanz ist genau dafür zuständig. Wenn du also weiterhin lernen und neue Verbindungen im Gehirn schaffen möchtest, gibt es nichts Besseres als aktiv zu bleiben und Sport zu treiben.
Noch dazu regt Bewegung die Ausschüttung wichtiger Neurochemikalien an – darunter Dopamin und Serotonin.
Studien zeigen, dass Bewegung das Gedächtnis deutlich verbessern und sogar den IQ steigern kann. Auch körperlich bringt sie enorme Vorteile: Sie stärkt die Herzgesundheit, senkt das Risiko für Herzkrankheiten, verbessert das äußere Erscheinungsbild, hilft bei Diabetes, beugt Depressionen vor, stärkt die Knochen (besonders bei Training im Freien mit viel Sonne) – und noch vieles mehr.
Wichtiger noch: Wie wir bereits in der Einleitung besprochen haben, ist aktiv bleiben der beste Weg, den Verlust an Beweglichkeit zu vermeiden, der uns im Alter gebückt und mit Schmerzen zurücklässt.
Eine Regel: Beweg dich!
Steh jetzt gleich auf, stelle deine Füße leicht auseinander und mit den Zehen nach vorne. Versuch nun, in die Hocke zu gehen – mit flachen Fersen auf dem Boden.
Klappt nicht?
Das ist nicht nur ein Problem älterer Menschen – 90 % der Männer und Frauen in ihren 20ern und 30ern schaffen das ebenfalls nicht. Dabei sollten wir es alle können. Die Hocke ist eine der sieben Urbewegungen – eine grundlegende Fähigkeit, die jeder Mensch beherrschen sollte.
Wie sieht’s mit Zehenberühren aus?
Das Problem: Viele von uns verbringen acht Stunden täglich sitzend im Büro – in immer derselben Position. Schultern nach vorn, Nacken nach unten, Beine angewinkelt. Dabei verkürzen und verhärten sich Muskeln wie die Quadrizeps und Brustmuskeln, während Hamstrings und Gesäßmuskeln abschwächen und „flach“ werden. Je länger das so geht, desto gravierender wird das Problem.
Irgendwann entwickelt man vielleicht sogar ein Beckenschiefstand. Kein Wunder also, dass man sich im Alter kaum noch bewegen kann! Die Lösung ist daher nicht einfach „leichter Sport“, sondern: richtig aktiv werden und den Körper fordern! Dein Körper kann das schaffen – du brauchst nur jemanden, der dir zeigt, wie du sanft beginnst und dich schrittweise steigerst – mit Fokus auf Beweglichkeit.
Wenn du Bücher wie „Werde ein geschmeidiger Leopard“ liest, erkennst du: Wer seinen Körper regelmäßig in vollem Bewegungsumfang nutzt, altert langsamer und gesünder. Gewichtheben ist sogar eine großartige Trainingsmethode für ältere Menschen, weil es Bewegungen wie Kniebeugen und Kreuzheben korrekt beibringt – also mit Fokus auf Technik und Beweglichkeit.
Das ist umso wichtiger, falls du einmal stürzt oder einen Unfall hast – solche Ereignisse sind oft der Auslöser für viele weitere Probleme. Falls es soweit kommt, suche unbedingt einen Chiropraktiker oder Physiotherapeuten auf – und folge seinen Empfehlungen, um die betroffene Stelle zu stärken und weitere Auswirkungen auf den Rest deines Körpers zu vermeiden.
Natürlich: Falls du bereits Beschwerden hast, wirst du vielleicht noch keine Kniebeugen oder Ausfallschritte machen können. In diesem Fall solltest du mit leichtem Cardio-Training beginnen – es bringt dir kurzfristig viele der oben genannten Vorteile für Gesundheit und Gehirn.
Gute Optionen sind alle gelenkschonenden Übungen, etwa: Schwimmen, Spazierengehen (oder Power-Walking), Liegefahrrad und alle Bewegungen, bei denen keine Stoßbelastung auftritt.
Aber wichtig: Das Ziel sollte immer sein, sich nach und nach an komplexere Bewegungen heranzutasten.



